Wie wird man Diplom Informatiker?

Diplom InformatikerUnter Informatik versteht man die systematische, speziell auch die automatische Verarbeitung von Informationen mit Hilfe von Rechenanlagen. Das Wort Informatik findet seinen Ursprung und Sinn in den Wörtern Information, Mathematik und Automatik. Der Wissenschaftsbereich unterteilt sich grundsätzlich in die Bereiche der Theoretischen, Praktischen und Technischen Informatik. In der theoretischen Informatik werden unter anderem Kenntnisse erworben, Kompilierer von Programmsprachen zu bauen und Problemstellungen mathematisch zu formalisieren. Die praktische Informatik befasst sich mit Lösungen von Standardaufgaben, wie der Speicherung und Verwaltung von Informationen mit Hilfe von Datenstrukturen und der Lösung spezieller Problemstellungen in Form von Computerprogrammen. Die Grundlage der Informatik bildet die technische Seite, die für die Prüfung und Ausführung der Programme oder Online Action Games verantwortlich ist. Es geht dabei um die Hardware des Computers und Konzepte für den Bau von Computern.
Nach Absolvierung der Grundbereiche können verschiedene Qualifizierungen wie Medieninformatik, Bioinformatik, Chemoinformatik, Wirtschaftsinformatik und Medizinische Informatik gewählt werden. In der Informatik geht es hauptsächlich darum betriebswirtschaftliche Probleme mit Methoden der Informatik zu lösen und informationstechnische Systeme zu konzepieren, zu planen und zu warten. Den akademischen Grad Diplom Informatiker erhält man nach einem abgeschlossenen Studium an einer deutschen Hochschule oder Fachhochschule in dem Wissenschaftszweig Informatik. Die Regelstudienzeit an einer Universität beträgt 8 Semester und wird mit mehreren Prüfungen und einer Diplomarbeit abgeschlossen, während die Regelstudienzeit an einer Fachhochschule 9 Semester umfasst, schließt dies ein oder zwei Praxissemester mit ein. Das Diplom einer Fachhochschule wird mit der Abkürzung (FH) im Zusammenhang mit dem akademischen Grad Diplom gekennzeichnet.

Mittlerweile verlaufen fast alle Prozesse der Wirtschaft durch gesteuerte Techniken ab. Somit sind die Einsatzgebiete eines Diplom Informatiker sehr weitläufig. Je nach Spezialisierung und Interesse können dabei Richtungen wie Entwicklung und Wartung von Software, Security, Medizinische Informatik, Webdesign und vieles mehr eingeschlagen werden.

Die große Kritik an Hochschulstudiengängen, vor allem im Fachbereich Informatik, liegt an der fast ausschließlich theoretischen Ausbildung. Diese unterscheidet sich grundlegend von der betrieblichen Praxis. Es fehlt die Vorbereitung auf projektbezogenes Vorgehen unter zeitlichem Druck, wie es im Alltag üblich ist. Aus diesem Problem ergibt sich für die Studenten die Notwendigkeit, Spezialisierungen auf angrenzende Gebiete zu wählen, wobei betriebswirtschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Zusammenhänge heutzutage oft vorausgesetzt werden. Es ist dringend zu empfehlen während der Studienzeit Praktika zu absolvieren, um berufsnahe Erfahrungen zu sammeln. Einige große Firmen bilden ihre neuen Mitarbeiter vor Berufseinstieg firmenspezifisch aus, während andere Berufserfahrung erwarten. Somit ist eindeutig, dass mit schwieriger werdender Marktsituation, Absolventen mit Eigeninitiative im Studium in Sachen Zusatzausbildungen, Teilnahmen an Talentepools, Praktikaerfahrungen, Sprachkenntnissen, Auslandserfahrungen usw. einen leichteren Weg in das Berufsleben haben als andere. Der Informatiker läuft ohne weitere Qualifikationen die Gefahr, wie ein berufsfremder Mathematiker eingesetzt zu werden.
Demgegenüber stehen einem motivierten und umfassend ausgebildeten Diplom Informatiker viele Türen zu einer erfolgreichen und vielseitig interessanten Karriere in der deutschen und internationalen Wirtschaft offen.